Wer führen will, muss lernen, Emotionen zu wecken.

Hurra Mittagspause. Ich freue mich. Gut gelaunt gehe ich los um mein Mittagessen zu holen und gleich noch ein paar Einkäufe und Lebensmittel zu erledigen. Erster Stopp: Der Metzger.

„Ich hätte gerne Rindfleisch aus der Oberschale. Aber bitte so fein geschnitten, dass es halb zerfällt. 150gramm. “ sagte ich der Verkäuferin. Die Verkäuferin geht zum Kühlregal und holt ganz frisches Rindfleisch und macht die Packung auf.

„Ich bräuchte es wirklich hauchdünn. Es ist für ein spezielles asiatisches Gericht. Und wenn sie mir bitte die erste Scheibe zeigen könnten, wäre das sehr nett“, füge ich meiner Bestellung hinzu.

 

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Die Verkäuferin schaut mich mürrisch an. „Ich muss ja erst mal die Packung aufmachen! Dann schneide ich das auf und dann passt das!“ erwidert sie pampig.

Entweder hat sie einen schlechten Tag, oder meine Wünsche sind zu gehoben, oder sie versteht mich nicht richtig denke ich mir, und überlege.

Doch prompt hält sie mir die erste Scheibe hin. Ob es so recht wäre möchte sie wissen. Ich frage sie, ob das die feinste Einstellung ihrer Schneidemaschine sei, denn wenn es noch feiner ginge, wäre es mir noch lieber.

Zuerst zweifelt sie. Doch dann möchte sie wissen was ich damit machen will. Es ist für ein asiatisches Gericht, Hot Pot, und da darf das Fleisch ruhig zerfallen versuche ich ihr zu erklären. Davon hat sie noch nie gehört.

 

Schweigen- auch eine Art der Kommunikation.

Und irgendwie wird sie auf einmal freundlicher. Sie betont, dass sie vor kurzem eine Kundin hatte, die sich bei ihr beschwert hat, ja, sie geradezu „zusammengeschissen hat“, dass ihr Fleisch zu zäh war beim Braten, obwohl sie es hauchdünn haben wollte. Die Kundin hat das Fleisch aber wohl zu lange gebraten. Dafür, dass sie die Zubereitung nicht gelungen war konnte die Verkäuferin natürlich nichts, denn sie hatte das Fleisch so geschnitten wie es gewünscht wurde.

Und genau meine Bestellung mit dem fein geschnittenen Fleisch hat die Verkäuferin anscheinend an diese boshafte Kundin vor einer Woche erinnert.

Interessant, wie Erfahrungen prägen, uns in Erinnerung bleiben, und Gefühle in uns auslösen, die in anderen Situationen wie dieser wieder zum Vorschein kommen.

In der Verkäuferin war die sofortige Annahme, dass ich das Fleisch zu dünn bestelle um mich nachher zu beschweren. Die böse Kundin also!

Wow, dachte ich. Und als sie mir die Anekdote der bösen Kundin erzählte und ich ihr zu Verstehen gebe, dass ich bewusst so ein hauchdünnes Fleisch für diese spezielle Zubereitung brauche und ihr versichere, dass sie natürlich nichts dafür kann, dass die böse Kundin ihre Zubereitung nicht im Griff hatte-ja dann fällt eine gewisse Anspannung von ihr ab. Sie wird sichtbar lockerer.

Ihre Fähigkeiten als Verkäuferin, und ihr Können im Schneiden wurden von mir bestätigt. Sie als Person wurde verstanden und wert geschätzt.

„Deshalb haben sie jetzt so bei mir reagiert“, erwidere ich. Und dann überkommt tatsächlich ein leichtes Lächeln ihre Lippen. „ Jetzt habe ich ganz vergessen sie zu fragen ob sie gerne noch etwas hätten“, sagt sie nur.

Ist es nicht schön, wie Emotionen die Kommunikation beeinflussen? Hätte ich nicht versucht sie zu verstehen, und auf sie einzugehen, wäre ich vielleicht als beleidigte Kundin aus dem Geschäft gerannt und die Verkäuferin hätte gedacht, dass es nur boshafte Kunden gibt, die sie ärgern wollen.

kommunikation emotionWie wichtig besonders die Kommunikation im Berufsleben ist, merken wir immer dann, wenn wir in einem Team arbeiten und zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle spielen. Als Manager ist es entscheidend, wie sie ihr Team führen. Auf gute Teamwork und Collaboration kommt es an.

Und dabei ist es wichtig wie sie als Manager auftreten, und wie sie mit den verschiedenen Fähigkeiten und Persönlichkeiten der Teammitglieder umgehen. Wer als Manager seine Stärken und Schwächen kennt und weiß worauf er im Umgang mit anderen achten muss, kann anders führen.

Dabei ist oft die non-verbale Kommunikation entscheidender als die verbale. Körpersprache und Ausdruck verraten viel über den Gemütszustand des Anderen. Diesen wahrzunehmen ist entscheidend. Denn auch wenn entscheidende Faktoren wie Leistung, Ergebnis und Umsatz bei der Geschäftsleitung eine Rolle spielen, so sind es in erster Linie Menschen mit denen wir tagtäglich zu tun haben.

Wenn wir wie Menschen fühlen, dann können wir auch wie Menschen führen!

HypnosystemCoaching® hilft ihnen ein bewussterer Manager und „Change Agent“ zu werden. Jemand, der andere inspiriert und fördert; ein Experte für die konstruktive Herbeiführung von Entscheidungen in Konfliktsituationen sowie von Neuerungen. Unser Coaching hilft Führungskräften und Top-Managern besser zu kommunizieren, ihre Teams besser zu führen, Talente zu erkennen, und das Zusammenarbeiten zu verbessern.

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